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Studieren wie zu Opas Zeiten?

Zur drohenden Entdigitalisierung der Lehre an den Hochschulen erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Karsten Kolbe: 

Das Urheberrecht ist enorm wichtig und geistiges Eigentum muss selbstverständlich geschützt werden. Das gilt natürlich auch für digitalisierte wissenschaftliche Texte, ohne die die Lehre an Hochschulen heute nicht mehr funktioniert. Das Verlangen der Verwertungsgemeinschaft WORT (VG WORT) in Zukunft jeden digitalisierten wissenschaftlichen Text einzeln statt wie bisher gesammelt abzurechnen, bringt für die Hochschulen einen nicht zu bewältigenden Verwaltungsaufwand mit sich und gefährdet die Zukunft der universitären  Ausbildung.

„Was die VG WORT da fordert, würde das Studieren auf vordigitales Niveau zurückwerfen. Das ist für den Wissenschaftsstandort Deutschland und damit auch für Mecklenburg-Vorpommern eine Katastrophe“, warnt Karsten Kolbe. „Leergefegte Semesterapparate und überfüllte Copyshops hätten gute Chancen auf  eine Wiedergeburt und die papierlose Uni würde ad absurdum geführt“ sagt der hochschulpolitische Sprecher und stellt fest: „ Dieser drohende Rückschritt ist kein unrealistisches Schreckgespenst. An der Universität Osnabrück gab es bereits ein Pilotprojekt dazu. Die Folge waren massive Verschlechterungen im alltäglichen Lehrbetrieb“.

Die Hochschulen und die VG WORT müssen in der Sache neu verhandeln und im Interesse von Forschung und Lehre schnell zu einer für beide Seiten annehmbaren Lösung kommen. Sonst sind die Lehrenden gezwungen, alle betroffenen Texte zum 31.12.2016 zu löschen. Mitten im Semester wären damit angesichts des nahenden Prüfungszeitraumes im Februar 2017 die Hauptleidtragenden die Studierenden. „Das ist für meine Fraktion und mich völlig unakzeptabel“ so Karsten Kolbe abschließend.