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Freiwilliges Semester ist ein guter Kompromiss

Zum offenen Brief der Studierendenvertretungen der Hochschulen des Landes bezüglich der Wiederaufnahme der Lehrveranstaltungen und der Abhaltung eines digitalen Semesters erklärt der hochschulpolitische Sprecher der Linksfraktion, Karsten Kolbe:

„Das jetzt bereits laufende Semester freizugeben und offiziell als freiwillig in Teilnahme an Lehrveranstaltungen und Prüfungen zu deklarieren ist im Hinblick auf die finanzielle und soziale Situation der Studierenden richtig. Nicht jede oder jeder Studierende hat die Möglichkeit, von zuhause aus effektiv zu arbeiten und zu lernen. Hinzu kommt, dass mit der Anordnung des digitalen Semesters eben auch verlangt wird, dass alle Studierenden die dafür nötige Hardware besitzen und über einen breitbandigen Internetanschluss verfügen. Das kann an Präsenzhochschulen – und die Hochschulen von M-V sind nun einmal genau das - nicht vorausgesetzt werden.

Ein optionales Semester, wie es die Studierenden vorschlagen, ist daher ein guter Kompromiss. Allein die Annahme, die Hochschulen könnten in der jetzigen Situation quasi über Nacht auf flächendeckenden digitalen Lehrbetrieb umstellen, geht weit an der Realität vorbei. Jetzt rächt sich, dass die Landesregierung es seit Jahren versäumt hat, zusammen mit den Hochschulen die digitale Lehre voranzutreiben. Noch Anfang März hatte meine Fraktion darauf hingewiesen, dass die Digitalisierung im Eckwertepapier der Landesregierung zur Hochschulentwicklung 21-25 wieder nur ein Nischendasein fristet – ohne Option auf bessere finanzielle und personelle Ausstattung für die Hochschulen.“